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Naschmarktprojekt

ART:   Entwurf
TYP:   öffentlicher Raum
ORT:   Wien
FÜR:   Aufnahmeprüfung an der Akademie der bildenden Künste Wien

Schon beim ersten Besuch am Naschmarkt drängt sich der Charakter eines pulsierenden farbenfrohen Bazars auf. Als Besucher fühlt man sich in eine andere Sphäre, auf einen anderen Kontinent versetzt. Dieses Gefühl verstärkte sich mit jedem weiteren Besuch. Eine erste Assoziation in diesem Zusammenhang waren aufgehängte und feil gebotene Stoffe, Teppiche und Gegenstände eines orientalischen Bazars. Andererseits ist der Gedanken einer Markthalle naheliegend. Diese sollte aber auf keinen Fall den Charakter einer Industriehalle besitzen, sondern im Kontext mit Bazar stehen und somit eine gewisse Offenheit, eine Durchlässigkeit, aber doch auch Intimität vermitteln.
Daraus entstand die Idee des Einhüllens mit Stoffbahnen. Umgesetzt als rechteckige, bunte Segeltücher, die sich mittels einer filigranen Stahlkonstruktion über die Dächer der bestehenden Marktgebäude spannen. Die Segel können bei Bedarf eingeholt werden und hängen dann tuchartig herunter.
Das Stahlrohr-Fachwerk mit dreieckigem Querschnitt spannt sich stützenfrei, quer über den Naschmarkt. Die Anordnung der Segel generiert sich aus den bestehenden Wegen, den Querungen und den Anbindungen des Marktgebietes an sein Umfeld. Daraus entwickelt sich in der Draufsicht quasi ein Diagramm, das den Besucherstrom wiedergibt. Die Seitenflächen werden im Bereich dahinterliegender Cafés und Freiräume mit Segeltüchern geschlossen um intime Ruhezonen für Gastgärten und Freiflächen der Geschäfte im hektischen Stadtgefüge zu schaffen. Kommen Verkehrs- oder Parkflächen dahinter zu liegen bleiben die Seitenfläche offen. Dadurch entsteht eine sequenzielle Gliederung von belebten und offenen Verkehrsflächen wo Ein- und Ausblicke gestatten werden, sowie ruhige und geschlossene Areale, die von Handel und Gastronomie belebt werden.