JKK

C.L.A.U.D. Logo
JKK
Jahn-Kaserne Korneuburg

ART:   Städtebau
TYP:   Städtebauliche Studie
ORT:   Korneuburg
FÜR:   Brandstätter Baumanagement

Die „Jahn-Kaserne“ wurde im Jahre 1882 vom k.u.k. Hofbaumeister Franz Olbricht gemeinsam mit dem Architekten und Hofbaumeister Ferdinand Dehm als „Franz Joseph-Infanterie-Kaserne“ errichtet und bereits nach dem Zerfall der Monarchie zu einem Miethaus umgebaut.
Die Ausgangssituation erscheint somit auf den ersten Blick simpel: Sanierung einer verfallenen und nur mehr von Tauben bewohnten Kaserne und Verwertung der angrenzenden Grundstücke.
Der genauere Blick offenbart jedoch, dass Korneuburg so ziemlich der einzige Ort im Speckgürtel von Wien ist der keinen Bevölkerungszuwachs verzeichnen kann, ja sogar geringfügig schrumpft, und das trotz sehr guter Anbindung an Wien mittels Autobahn und Schnellbahn. Sogar das Angebot an Arbeitsplätzen scheint gegeben zu sein. Jedoch mangelt es massiv am Angebot von kleineren und mittleren Mietwohnungen.
Am Luftbild und am Schwarzplan lässt sich ein zusätzliches Strukturproblem ablesen, es existieren ein historischer Stadtkern, eine Ringstraße im Verlauf der ehemaligen Stadtmauer und ein überwiegender Anteil an Streusiedlungsbereich geprägt von Einfamilienhäusern.
Gewerbe- und Industriegebiete entlang der Autobahnzubringer schwächen zusätzlich das historische Zentrum. Die ehemalige Hauptstraße besitzt den Scharm einer amerikanischen Autostadt, sprich nichts für Fußgänger. Sechs Tankstellen auf wenigen Hundert Metern bilden das Empfangskomitee entlang der Stadteinfahrt. Schnell wird klar: Korneuburg ist eine so genannte „Schlafstadt“. Menschen wollen zwar hier wohnen, aber eigentlich nur zum Schlafen ...... bevorzugt im eigenen Haus.
Das städtebauliche Konzept greift diese strukturellen Schwächen auf und setzt im Entwurf der Wohneinheiten bewusst auf die Topographie des Eigenheims mit Garten. Zusätzlich soll eine kleinteilige Shop und Gastronomiestruktur das Prinzip eines historischen Stadtkerns aufgreifen und neu interpretieren. Megastrukturen sind hier fehl am Platz. Ergänzt wird diese Ensemble mit einer Bibliothek, einem Kindergarten und einer Musikschule. Der Baukörper entlang der Wiener Straße setzt bewusst auf das Prinzip des Kontrasts und bildet zusätzlich einen Schutzschirm für die Wohnbebauung dahinter.